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Die Goetheschule in Essen-Bredeney

Ein deutsches Elitegymnasium und seine Geldgeber.

 

Der alte Turm ragt aus dem dichten Mischwald hervor, abends ist er sogar beleuchtet und hebt sich erhaben vom dunklen Wald und dem Himmel über Essen-Bredeney ab. Spaziergänger an der Ruhr mögen sich fragen, was einmal die Aufgabe des Turms über Bredeney gewesen sein könnte. Heute gehört er jedenfalls zum Schulgebäude der Goetheschule, ein Markenzeichen und Produktsiegel. Bis 1949 war das Gebäude Eigentum des Kohlesyndikats, welches von Emil Kirdorf, einem finanzkräftigen Unterstützer des Nazi-Regimes, mitbegründet wurde. Nach dem Krieg wurden die beiden städtischen Schulen zusammengelegt, es entstand das Goethegymnasium.





















Die Goetheschule ist nicht das einzige Gymnasium im Stadtteil Bredeney im Norden von Essen, welcher bekannt ist für seine Touristenattraktionen. Unweit vom Schulgelände erstreckt sich der Krupp-Park bis zu den Ufern des Baldeneysees. Hier steht auch die Villa Hügel, das feudale Anwesen der Kruppfamilie. Sämtliche verstorbene Angehörige der Kruppdynastie sind ebenfalls in Bredeney begraben.
Das Schulgebäude strahlt den Wohlstand der ehemaligen Großindustriellen noch heute aus. Jedoch wurde der Komplex im vergangenen Jahr um einen modernen Neubau ergänzt, auf den sowohl Schulleitung als auch Schüler- und Elternschaft sehr stolz sind.

Es wurden Spenden gesammelt, was die Vermutung nahelegt, das Schulministerium in Düsseldorf habe für den Neubau keine Mittel zur Verfügung gestellt. Nun wird auf einer gravierten Tafel auf die privaten Unterstützer, Eltern und Ehemalige, hingewiesen. Diese organisieren sich zudem in einem Verein mit dem Namen „Freunde und Förderer“. Die durchschnittliche Summe der Zuwendungen, berechnet für den Zeitraum eines Jahres, beträgt 100 Euro pro Spender. Diese Kalkulation gibt keine Auskunft darüber, wie viel einzelne Personen tatsächlich für die Schule in den Spendentopf werden. Ein Blick auf die sozioökonomischen Herkunftsverhältnisse der Schülerschaft weckt den Verdacht, es handele sich bei den Spendern ausschließlich um Personen, die der Oberschicht zugeschrieben werden können. Der Stadtteil Essen-Bredeney verfügt über das höchste Bruttosozialprodukt der designierten Kulturhauptstadt. In diesem Bereich liegen die durchschnittlichen Nettoeinkommen je Steuerpflichtigen bei mehr als 105 Prozent des städtischen Durchschnittswerts.

Ich hatte die Möglichkeit, dem Abschlußball der 13. Jahrgangsstufe zur Feier ihrer Hochschulreife beizuwohnen. Auf den ersten Blick unterschied sich die Feierlichkeit nicht von anderen Bällen dieser Art. Ungewöhnlich war der Veranstaltungsort, die Abiturienten hatten sich die Eventhalle des renommierten Zeche Zollvereins ausgesucht. Am Einlaß wurde Sekt gereicht. Buffet und Abendprogramm ließen nichts zu wünschen übrig. Daher erklärt sich auch der relativ hohe Eintrittspreis von 25 Euro pro Person. Um die Absolventen sammelten sich Familie und Verwandtschaft, manche Familien reservierten gleich 20 Plätze für die Anhängerschaft. Familie Astroh, Marktführer in der Küchenmöbel-Branche, brachte besonders viele Gratulanten mit.

Die Goetheschule kann sich im Allgemeinen über erfolgreiche Schüler freuen. Die Schüler werden von einem jungen Kollegium unterrichtet und können auf zusätzliche Freizeitangebote zurückgreifen, z.B. Chorsingen, Orchester oder Theater. Regelmäßige Aufführungen musikalischer Art sind gewiss keine Besonderheit an Gymnasien. Die Verwaltung der Goetheschule scheint jedoch besonderen Wert auf klassische Darbietungen zu legen, ebenso wie die Eltern der meisten Kinder – Schüler der unteren Stufen beteiligen sich gerne an Orchesterauftritten und bilden großartige Streicherensembles. Die Schule stellt für solche Anlässe gerne Musikinstrumente.

Wir sind bisher noch nicht präzise der Frage nachgegangen, wie sich eine solche staatliche Schule finanziert? Wie kommt es dazu, dass die hier versammelten Schüler ein vorteilhaftes Lernklima (Infrastruktur, Motivation, Tradition, etc.) genießen? Der Schule lassen sich zahlreiche Verbindungen zu Stiftungen nachweisen, tatsächlich verheimlicht die Verwaltung diese potentiellen Geldquellen nicht einmal. Auf der autorisierten Webseite wird u.a. auf eine „Schulpartnerschaft mit einem großen Essener Unternehmen der Energiewirtschaft“ hingewiesen; die Rede ist von RWE.

Stolz ist man ebenfalls auf ehemalige Schüler und Namenträger wie den Stahlgiganten Alfried Krupp von Bohlen und Halbach, dessen Stiftung in enger Zusammenarbeit mit der „Mercator Stiftung“ Summen ausschreibt, die auch der Goetheschule zugunsten kommen. Darüber hinaus betätigt sich die „Gesellschaft der Freunde und Förderer der Goetheschule“ im Hintergrund im Namen der Schule. Erste Priorität der Gesellschaft ist die finanzielle Unterstützung über den Rahmen des Schuletats hinaus. Gelder fließen angeblich vorrangig in die Anschaffung von Lernmitteln und –Geräten. Genannt werden auch philanthropische Motive wie Zuschüsse an wirtschaftliche schwächere Schüler.

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Eine Arbeit von Kathrin Schulte-Eppendorf und Lukas Ley Alle Texte von Schulte-Eppendorf und Ley - Verwendung von Quellentexten und Zitaten s. Literaturverzeichnis